Was ist eine elektrische Sicherheitsprüfung (VBF)?
Die elektrische Sicherheitsprüfung ist eine detaillierte Kontrolle der gesamten elektrischen Anlage einer Wohnung und darf ausschließlich von einem hierzu berechtigten, qualifizierten Prüfer durchgeführt werden. Die Prüfung umfasst alles Zugängliche: vom Verbrauchszähler über Verteiler und Leitungen bis zu Steckdosen und Leuchtenanschlüssen.
Die VBF vereint zwei früher bekannte Prüfungen. Die Prüfung des Schutzes gegen elektrischen Schlag kontrolliert, ob die Anlage vor Stromschlag schützt, der Schutz funktioniert, Schutzeinrichtungen rechtzeitig abschalten und der Schutzleiter geeignet ist. Die normgerechte Prüfung mit brandschutztechnischem Charakter untersucht, ob die Ausführung der Anlage sowie der Zustand von Leitungen, Verbindungen und Schutzeinrichtungen eine Brandgefahr darstellen.
Die Prüfung stützt sich auf zwei Säulen: eine ausführliche Sichtprüfung und Messungen mit Prüfgeräten. Bei der Sichtprüfung kontrollieren wir unter anderem den Zustand von Leitungen, Verbindungen, Verteilern und Installationsgeräten, das Vorhandensein und die Eignung der Schutzeinrichtungen sowie die normgerechte Ausführung. Ergänzend werden mit kalibrierten Geräten beispielsweise Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz und die Funktion des Fehlerstrom-Schutzschalters gemessen; die Ergebnisse werden zahlenmäßig ausgewertet und dokumentiert. Am Ende entsteht ein Klassifizierungsdokument, das als Dokument mit Rechtswirkung den Zustand der Anlage bestätigt und mögliche Mängel sowie deren Behebungsfristen einzeln aufführt.
Warum brauchen Wohnungen eine elektrische Sicherheitsprüfung?
- Weil sie unser Leben, unsere Angehörigen und unser Eigentum schützt. Elektrische Fehler, beschädigte Isolierung und fehlende Schutzmaßnahmen können Stromschläge oder Brände verursachen. Die Prüfung hilft, gefährliche Mängel vor einem Unfall zu erkennen.
- Weil sie Klarheit schafft. Das Klassifizierungsdokument vermittelt ein genaues, dokumentiertes Bild vom tatsächlichen Zustand der Anlage. Sie wissen, was in Ordnung ist, was behoben werden muss und innerhalb welcher Frist. Das ist kein Rätselraten, sondern ein Dokument auf Grundlage einer fachgerechten Prüfung und von Messergebnissen.
- Weil die Rechtsvorschrift sie verlangt. Die ungarische Verordnung 40/2017 (XII. 4.) NGM schreibt grundsätzlich eine Prüfung alle sechs Jahre vor. Bei Verkauf oder Vermietung ist sie erforderlich, wenn keine höchstens sechs Jahre alte Bescheinigung vorliegt. Die Ausnahme von der wiederkehrenden Prüfung gilt nur für nicht vermietete Wohnungen mit höchstens 32 A Überstromschutz je Phase und Fehlerstromschutz mit höchstens 30 mA. Die Anforderungen bei Verkauf oder Vermietung werden dadurch nicht ersetzt.
- Ein dokumentierter Nachweis der Mängel. Ein negatives Prüfergebnis verhindert einen Verkauf nicht zwingend, entbindet aber nicht von der Mängelbeseitigung. Bei unmittelbarer Lebens- oder Brandgefahr muss der betroffene Anlagenteil bis zur Reparatur abgeschaltet werden. Die Übergabe des Berichts schließt Haftung oder Gewährleistungsansprüche nicht automatisch aus.
- Weil auch der Versicherer sie verlangen kann. Nach einem Schaden kann der Versicherer Prüfunterlagen anfordern. Die Leistung hängt vom Vertrag, den Umständen und den geltenden Regeln ab; ein fehlender Bericht führt nicht in jedem Fall automatisch zur Ablehnung.
Funktionsfähig bedeutet nicht immer sicher
Eine Steckdose kann trotz fehlendem Schutzleiter funktionieren. Fehlerhafte Verbindungen können überhitzen, und ein FI kann falsch angeschlossen sein oder nicht auslösen. Die Prüfung bewertet den Personen- und Sachschutz, nicht nur die Funktion der Geräte.
EPH-Prüfung (Kontrolle des Potenzialausgleichs)
Der Schutzpotentialausgleich verringert gefährliche Potentialunterschiede zwischen berührbaren leitfähigen Teilen. Die erforderlichen Verbindungen richten sich nach der Anlage. Wir prüfen Zustand und Durchgängigkeit. Bei Gasinstallationen oder Geräteaustausch sind die Vorgaben des Netzbetreibers und Herstellers zu beachten.